Feuertopf
Feuertopf (chin. 火锅/火鍋, Huǒguō, jap. Nabemono, im englischen Steamboat) auch bekannt als chinesisches Fondue oder in der Schweiz Fondue Chinoise, ist ein Gericht, welches in ganz Ostasien (China, Taiwan, Korea, Thailand und Japan) verbreitet ist. Häufig wird als Ursprungsregion die Mongolei angegeben, obwohl es in der heutigen Mongolischen Küche völlig unbekannt ist. Ein Topf wird ähnlich dem Fondue mit kochender Brühe in die Mitte des Esstisches gestellt. Während der Feuertopf am Kochen gehalten wird, werden Zutaten in den Topf hinzugefügt und am Tisch gekocht. Typische Zutaten sind z.B. dünne Fleischscheiben, Blattgemüse, Pilze, Wan Tans, Maultaschen, Fisch und Meeresfrüchte. Die gekochten Zutaten werden meist mit einer Soße gegessen. In vielen Gebieten ist der Feuertopf im Winter sehr beliebt. Der dazugehörige Topf, nicht aber das Gericht selbst, wird in der Schweiz auch Mongolentopf genannt.
Der Feuertopf ist in China ein volkstümliches Gericht und hat eine lange Tradition. So sieht ein chinesischer Feuertopf aus: In einem Topf aus Bronze, die mit Holzkohle betrieben wird, siedet Brühe. Dünne Scheiben Hammel-, Rind- Schweine-, Hühner-oder Fischfleisch werden kurz eingetaucht, in Soße getunkt und dann verzehrt.
 
Der Ursprung von Feuertopf ist auf die Opferzeremonie in antiker Zeit zurückzuführen. Da wurden Rind, Hammel und andere Opfertiere in einem großen Topf gegart und von den Zeremonienteilnehmern gegessen.
 
Vor mehr als 1400 Jahren, also in der Zeit der südlichen und nördlichen Dynastien, wurde der Feuertopf in den nördlichen Regionen Chinas verbreitet. Insbesondere im Winter genießt man den Feuertopf. In der Ming-und Qing-Dynastie erlebte der Feuertopf seine Blütezeit. Er galt nicht nur als ein beliebtes Gericht im Volk, sondern auch als winterliche Delikatesse am Kaiserhof.
 
Heutzutage ist der Feuertopf ein Lieblingsgericht der Bewohner in ganz China.
 
Auf dem Tisch, in einer Feuerschale, glüht Holzkohle und darüber hängt voll brodelnden Wassers ein großer Kessel - eben der Feuertopf. Um den Tisch herum sitzen Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder. Auf dem Tisch werden Hammel-, Rind-, Schweine-, Hühner-, oder auch Fisch in dünne Scheiben geschnitten, und Gemüse aller Art, Pilze und der Bohnenkäse Toufu in kleine Würfel zerhackt und auf Platten serviert. Jeder erhält einen Teller mit einer speziellen Soße. Man rührt sich die Soße nach eigenem Geschmack auf seinem Teller an.
 
Mit seinen Stäbchen hält man abwechselnd Fleisch und Gemüse in das wallende Wasser des Feuertopfes. In den Saucen kühlt man das gegarte Fleisch oder das Gemüse auf Esstemperatur herab. Ab und an fällt ein Stückchen Fleisch oder etwas Gemüse in das inzwischen zur Brühe gewordene Wasser, und je mehr Menschen mitessen, desto mehr Fleisch oder Gemüse wird ins Wasser gehalten oder fällt hinein. Sind die Fleisch- und Gemüseportionen aufgebraucht, kommt dann der Höhepunkt: Der Sud, der inzwischen zur herzhaften Suppe wurde.
 
In China isst man den Feuertopf in Essbuden, Gaststätten und natürlich auch zu Hause in der Familie. Da wird besonders Wert auf die lockere und harmonische Atmosphäre gelegt. Feuertopf-Essen dauert normalerweise eine lange Zeit, oft mehrere Stunden. Denn das Essen wird nie kalt, und man kann so lange essen und plaudern, wie man will. Man sitzt am runden Tisch, isst aus dem gemeinsamen Topf und unterhält sich. So warm das Essen, so lebhaft die Atmosphäre am Tisch.